Gedichtsanalyse: Ebenbild unseres Lebens“ von Andreas Gryphius

In dem Barockgedicht „Ebenbild unseres Lebens“ von Andreas Gryphius, der von 1616 bis 1664 lebte und das aus dem Jahr 1650 stammt geht es um die Vergänglichkeit des Irdischen, also den Vanitas-Gedanken, sowie um den Tod, also dem Memento mori.

Das Gedicht ist in Form eins Sonetts aufgebaut, da die ersten beiden Strophen 4 Verse, also ein Quartett darstellen und die letzten beiden Strophen 3 Verse, also ein Terzett sind.

Der Text besteht insgesamt aus 4 Strophen und 14 Versen. Dabei haben die ersten beiden Strophen 4 Verse und die beiden letzten Strophen 3 Verse. In den ersten beiden Strophen des Gedichts liegt ein umarmender Reim vor. Die beiden letzten Strophen werden durch den reim ccd eed verbunden, also bilden diese einen Schweifreim. Das im kompletten Text vorliegende Metrum ist ein sechshebiger Jambus. Die Kadenzen des Textes folgen dem Reimschema.

Das Gedicht wird aus der Perspektive eines Erzählers in der „Wir“ Form erzählt. Ein Beispiel dazu ist Vers Nr. 9 „Wir sind zwar gleich am Fleisch, doch nicht vom gleichem Stande:“.

Der Text kann in 3 Sinnabschnitte gegliedert werden.
Der erste Sinnanschnitt geht von Z. 1-4 und ist somit zugleich die erste Strophe. Die ersten beiden Verse dieser Strophe stellen Thesen da „Der Mensch, das Spiel der Zeit, spielt, weil er allhie lebt“, „im Schauplatz dieser Welt; er sitzt, und doch nicht feste.“.
Der dritte Vers beinhaltet eine Antithetik „steigt“ und „fällt“ als Gegensätze.

Der zweite Sinnabschnitt des Textes setzt sich aus den Zeilen 5-9 zusammen und ist somit die 2. Strophe. In diesem Sinnabschnitt geht es um den Kontrast zwischen Vergangenheit und Zukunft. Mit dieser Strophe will der Autor zeigen, dass alles was heute schön ist, morgen bereits vergangen sein kann. Somit geht er auf das Prinzip des Vanitas-Gedanken ein. Ein Beispiel dafür ist Z. 5 & 6 „Was gestern war, ist hin; was itzt das Glück erhebt, wird morgen untergehn“.

Der letzte Sinnabschnitt geht von Z. 10-14 und umfasst somit die letzten beiden Strophen. Diese werden bereits durch das Reimschema miteinander verwogen. Dieser Sinnabschnitt kann als „Schlussfolgerung“ zu dem Schema These (Sinnabschnitt 1) und Beispiel (Sinnabschnitt 2) angesehen werden. Die dritte Strophe zeigt, dass alle Menschen aus demselben Fleisch bestehen, jedoch noch denselben gesellschaftlichen Stand aufweisen. Der letzte Vers geht auf die Tatsache ein, dass es nach dem Tod jedoch keine Rolle mehr spielt, welcher Stand eine Person auf der Erde angehört hat, da alle Menschen nach dem Tod gleich sind. Die Menschen haben alle das gleiche Schicksal und das ist der Tod.
In der letzten Strophe wird erneut erwähnt, dass jeder Stand und jeder Reichtum nach dem Tod nichts mehr Wert sind und das irdische Leben vergänglich ist, was erneut auf das dem des Vanitas und Memento mori anspielt.

Das Gedicht macht nach dem ersten lesen gleich deutlich, dass es um den Vanitas-Gedanken und dem Memento mori geht.
Das Gedicht hat viele Antithesen und arbeitet das Schema These, Beispiel und Schlussfolgerung ab. Durch den Inhalt passt das Gedicht in die Zeit des Barocks, da die Hauptthemen des Gedichts die Vergänglichkeit (Vanitas) und der Gedanke an den Tod (Memento mori) sind.

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